lunes, 2 de septiembre de 2013

Studie zur Wirkung von Facebook : Was dem Gehirn gefällt - Tagesspiegel

01.09.2013 18:58 UhrVon Dörte Saße

Gefällt mir: Das Belohnungssystem im menschlichen Gehirn scheint Anerkennung in sozialen Netzwerken wie Facebook sehr zu schätzen. Forscher der Freien Universität Berlin (FU) haben in einer Studie nachgewiesen.

Stundenlang in Facebook unterwegs oder eher offline anzutreffen? Wie häufig und intensiv jemand in sozialen Netzwerken aktiv ist, spiegelt sich in seiner Hirnaktivität wieder. Das liegt daran, dass das Belohnungszentrum im Hirn direkt auf soziale Bewertungen wie Lob oder Tadel reagiert, wie Berliner Forscher berichten.

Am Beispiel von Facebook konnten sie zeigen, dass dies auch für virtuelle Netzwerk-Kontakte gilt – auf Neudeutsch das „Liken" oder „Geliked werden" mithilfe des „Gefällt mir"-Buttons. Daran, wie intensiv bestimmte Hirnregionen auf solche Bewertungen reagierten, lässt sich direkt ablesen, welche Bedeutung Facebook im Alltag eines Menschen einnimmt.

Auch zeige sich, dass soziale Belohnungen eine ganz andere Rolle spielen als solche mit Geld, schreibt das Forscherteam im Fachblatt „Frontiers in Human Neuroscience".

„Wir als menschliche Wesen haben uns so entwickelt, dass uns unser Ruf wichtig ist. Und in der heutigen Welt ist eine Art, unser Ansehen zu steuern, die Nutzung sozialer Medien wie Facebook", erklärt Dar Meshi von der Freien Universität Berlin. Der Emotionspsychologe und Neurowissenschaftler hatte mit seinem Team 31 Probanden ausgewählt, die sich mit Facebook ganz unterschiedlich intensiv beschäftigten. Dass gerade Facebook als Prototyp sozialer Netzwerke im Fokus stand, liegt an seiner konkurrenzlosen Größe mit 1,2 Milliarden aktiven Nutzern. Zudem sind die meisten Interaktionen dieser Plattform für Freunde und Öffentlichkeit sichtbar und können den Ruf des Nutzers beeinflussen. Viele „Gefällt mir"-Kommentare heben das Ansehen, allzu viele negative Bewertungen hingegen können den Ruf eines Mitglieds nachhaltig schädigen.

Die Facebook-Nutzung hat auch eine Komponente des sozialen Vergleichs, wobei Nutzer das Verhalten von Anderen beobachten und mit ihrem eigenen vergleichen können", schreiben die Forscher. Deshalb stellten sie die These auf, dass ein Zusammenhang besteht zwischen dem Ausmaß an Beschäftigung mit dem virtuellen Netzwerk und der Art, wie das Hirn wichtige Veränderungen des eigenen Rufs verarbeitet.

Um diese These zu überprüfen, durchliefen Studienteilnehmer – von Facebook-Süchtigen bis zu Offlinern - mehrere Testsituationen, während ihre Hirnströme mittels funktioneller Magnetresonanztomographie registriert wurden: Nach einem längeren Interview bekamen sie zunächst mitgeteilt, welchen Eindruck sie gemacht hatten. Dann hörten sie jeweils, wie andere Teilnehmer bewertet wurden. Zum Abschluss sollten sie eine Kartenaufgabe lösen, wobei sie Geld gewinnen oder verlieren konnten. In allen drei Fällen reagierte der Nucleus accumbens: eine kleine Hirnregion, die eine wichtige Rolle im Belohnungssystem spielt. Sie registriert den Gewinn oder Verlust von Anerkennung, Geld, Essen oder auch Sex und gilt als Entstehungsort eines Glücksgefühls. Ihre Rezeptoren lassen sich aber auch von zahlreichen Drogen beeinflussen.

Wie vom Forscherteam erwartet, spiegelte sich dort auch das Feedback zum Interview der Testpersonen wieder. Wer positive Bewertungen über sich selbst hörte, dessen linker Nucleus accumbens leuchtete im Computerbild stärker auf als wenn er Positives über Andere hörte. Vor allem aber leuchtete er dabei umso stärker, je intensiver jemand auch in Facebook aktiv war. Zwar zeigte dieser Hirnbereich auch bei Gewinn oder Verlust von Geld unterschiedlich intensive Aktivität – eine Korrelation mit der Facebook-Nutzung ergab sich aber nicht.

Frühere Studien hatten gezeigt, dass soziale Medien nicht nur das Zugehörigkeitsgefühl stärken können, sondern bei intensiver Nutzung auch die Noten verschlechtern oder generell unglücklicher machen können. Allerdings ist eine Ursache-Wirkungs-Richtung bisher unerforscht, so die Forscher: Es ist unbekannt, ob positives Feedback die Menschen zu mehr Interaktivität in sozialen Netzwerken treibt.

Wofür sich die Deutschen im Internet interessieren - DIE WELT

Die Finanzkrise bewegt die Menschen in Deutschland vor der Bundestagswahl 2013 deutlich weniger als zum Urnengang vor vier Jahren. Das geht aus der Statistik von Google Trends hervor, die der Internet-Konzern veröffentlicht hat.

In der Zeit zwischen Januar und August 2013 sank das Suchvolumen nach dem Begriff "Finanzkrise" um 72 Prozent im Vergleich zum gleichen Zeitraum im Jahr 2009.

Die Zahlen von Google Trends zeigen nicht das absolute Suchvolumen an, sondern nur die Veränderung des Interesses zwischen den beiden Jahren 2009 und 2013

Aufsteiger unter den Suchbegriffen 2013 waren die Themen "Miete" (plus 79 Prozent), "Asyl" (+64%), "Mindestlohn" (+52%), Studiengebühren (+40%), Benzinpreis (+27%), Praxisgebühr (+24%), Rente (+20%) und Steuern (+19%). Zu den Begriffen, die seltener gesucht wurden, gehören neben "Finanzkrise" die Themenkomplexe "Klimawandel" (minus 34 Prozent), "Inflation" (-27%), Arbeitslosigkeit (-15%) und "Leiharbeit/Zeitarbeit" (-9%).

Auch NSA-Affäre interessiert

Als "Newcomer 2013" verzeichnete Google die vom Whistleblower Edward Snowden aufgedeckte NSA-Abhöraffäre. Dieses Thema wurde sechs Mal so oft gesucht wie "Finanzkrise". Das Thema "Betreuungsgeld" wurde drei Mal so oft gesucht wie "Finanzkrise" und "Fukushima" 1,5 Mal.

Bei der Suche der Spitzenkandidaten von Union und SPD liegt Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beim Suchvolumen 260 Prozent vor ihrem Herausforderer Peer Steinbrück (SPD).

Vor viel Jahren hatte das Suchvolumen nach Angela Merkel sogar 300 Prozent über dem Suchvolumen vor dem damaligen SPD-Kanzlerkandidaten Frank-Walter Steinmeier gelegen.

Google ist in Deutschland mit einem Marktanteil von über 90 Prozent die dominierende Suchmaschine.

Arbeit an Smartwatch

Der US-Konzern macht derzeit aber auch Schlagzeilen wegen des Wettlaufs um den Zukunftsmarkt der Computer-Uhren. Google hat den Kauf des Smartwatch-Spezialisten WIMM bestätigt.

Es ist der erste Beleg dafür, dass auch der Internet-Konzern an Computer-Uhren arbeitet. Samsung will noch kommende Woche seine Smartwatch Galaxy Gear am Rande der Funkausstellung IFA in Berlin vorstellen. Apple entwickelt laut Medienberichten ebenfalls eine Computer-Uhr und sicherte sich bereits in mehreren Ländern den Markennamen iWatch.

Bisher experimentierte Google öffentlich mit der Daten-Brille Google Glass, die einen kleinen Bildschirm und eine Kamera hat. Kleine tragbare Geräte wie Uhren oder Brillen gelten als die nächste IT-Revolution nach dem Smartphone-Boom, die die Nutzung von Computer-Technik verändern wird.

WIMM hatte im Herbst 2011 eine Smartwatch auf Android-Basis auf den Markt gebracht. Im Sommer 2012 erklärte die Firma aber geheimnisvoll, man sei eine exklusive Partnerschaft eingegangen und werde die Entwicklung der eigenen Plattform einstellen. Eine Zeit lang wurde Apple als Käufer vermutet.

So gefährdet die NSA die Internetsicherheit - Spiegel Online

Der US-Geheimdienst NSA hat bislang einen merkwrdigen, aber gar nicht so schlechten Ruf in der Technologiebranche. Es gibt wenig grundstzliche Ablehnung, die NSA-Entwickler gelten als fhig, ihre Motivation und die bergeordneten Ziele ihres Dienstes sieht kaum jemand als grundlegend bse an. Common Sense war bis heute: Auch wenn man ber einige Aktionen streiten kann, grundstzlich will die NSA dasselbe wie westliche IT-Firmen und die Nutzer: ein sicheres Netz, eine geschtzte Infrastruktur.

Deshalb arbeiten NSA-Mitarbeiter seit Jahren an der Infrastruktur der digitalen Gesellschaft mit, ohne dass jemand die Rolle ihrer Behrde dabei in Frage stellt. Ihr Rat, ihre Expertise und ihr Code sind geschtzt:

  • Als Google vor drei Jahren angeblich von chinesischen Hackern angegriffen wurde, holte sich der Konzern Hilfe bei der NSA.
  • Bei renommierten Sicherheitskonferenzen wie der Black Hat traten NSA-Mitarbeiter als Redner und Gste auf.
  • NSA-Angestellte arbeiten bei der Internetstandardisierung der Internet Engineering Task Force mit.
  • Ein bei der NSA entwickelter Code ist Teil einer Sicherheitserweiterung des Linux-Kernels.
  • Von der NSA entwickelte Sicherheitsfunktionen sind inzwischen Teil von Googles Android-System.
All diese NSA-Entwicklungen haben die Sicherheit der Systeme wahrscheinlich wirklich verbessert. Doch angesichts der neuesten Snowden-Enthllungen ber die Angriffe der NSA auf grundlegende Netz-Infrastruktur muss man die Rolle des Geheimdienstes neu bewerten. Die NSA macht das Netz insgesamt nicht sicherer, im Gegenteil.

1. Die NSA kauft Sicherheitslcken fr Angriffe, statt sie zu verffentlichen.

Laut "Washington Post" kauft die NSA verdeckt auf dem Graumarkt Sicherheitslcken fr ihre Angriffe auf Computersysteme. Mehr als 25 Millionen Dollar sollen in diesem Jahr dafr ausgegeben werden. Dieser Handel mit bislang unbekannten Sicherheitslcken ist in vielerlei Hinsicht problematisch.

Hier gibt es einen Interessenkonflikt: Die NSA kauft sich einen Informationsvorsprung, wenn sie als erster Kufer von bislang unbekannten Lcken in weit verbreiteter Software erfhrt. Wenn die NSA dagegen unmittelbar die Hersteller und die Fachwelt warnt, verliert sie ihren Informationsvorsprung.

Es wird kaum im Sinne der NSA sein, dass die Lcken gestopft werden, bevor der Geheimdienst sie fr Angriffe ausgenutzt und verwundbare Systeme bernommen hat. Hier gibt es einen Widerspruch zwischen mehr Sicherheit im Netz und dem Interesse der US-Regierung an erfolgreichen Cyberangriffen der NSA.

2. NSA infiziert weltweit Infrastruktur mit Schlferprogrammen, statt sie zu schtzen.

Ende dieses Jahres sollen weltweit mindestens 85.000 Systeme mit NSA-Trojanern infiziert sein, das sieht ein geheimer Haushaltsplan vor, den die "Washington Post" zitiert. Welche Systeme die NSA dabei genau im Visier hat, verrt das Dokument nicht. Aber es drften kaum einfache Heimrechner sein, die Rede ist von Computersystemen, ber die man Zugang zu greren "Netzwerken" hat. Das knnten Server in Firmennetzen sein, Teile der Internet-Infrastruktur in anderen Staaten oder sogar staatliche Systeme. Auf diesen Computern richten die NSA-Angreifer Hintertren ein, die sie spter einmal ausnutzen knnen.

Hier geht es nicht um gezielte berwachung bestimmter Systeme wegen eines konkreten Verdachts, hier werden Systeme ohne konkreten Anlass unsicherer gemacht. Statt die Betreiber vor Sicherheitslcken zu warnen, nutzt die NSA die Lcken aus, um irgendwann spter einmal auf diesen Rechner zuzugreifen.

So gehen auch Cyberkriminelle vor, die sich ein Bot-Netz zusammenstellen. Rechner mit Hintertren in wichtigen Netzen senken die Sicherheit. Derart infizierte Maschinen lassen sich nicht nur fr das Abhren nutzen, mit den so erlangten Rechten kann man die Systeme auch sabotieren. Und ein Netzwerk von Zehntausenden Rechnern mit Hintertren knnte auch ein talentierter krimineller Hacker bernehmen.

3. Die NSA attackiert Verschlsselungsstandards, statt sie zu strken.

Fast 11 Milliarden Dollar gibt die US-Regierung jhrlich fr Programme zum Knacken von Verschlsselungsstandards aus, berichtet die "Washington Post". 35.000 Angestellte sollen daran arbeiten.

Sollte das stimmen, gibt es weltweit wohl niemanden, der mehr Geld dafr ausgibt, dass die sogenannte "Cryptopocalypse" bald eintritt als die US-Regierung. So haben Sicherheitsforscher den Augenblick benannt, wenn die derzeit wichtigsten Verschlsselungsstandards geknackt sind. Wenn das geschieht, werden heute genutzte Verfahren zum Absichern von E-Commerce, Bankgeschften und Kommunikation obsolet.

So wrde keine Organisation handeln, deren oberstes Ziel die Sicherheit der Infrastruktur einer digitalen Gesellschaft ist.

Der Autor auf Facebook

TV-Duell bei Twitter - Hätte, hätte, Deutschlandkette - Süddeutsche.de

Wenn zwei sich streiten, freut sich die Kette. Oder das Kotelett. Das ist jedenfalls das Ergebnis des TV-Duells zwischen Angela Merkel und Peer Steinbrück, wie Twitter es sah. Tausende Nutzer des Kurznachrichtendienstes kommentierten den Wortwechsel unter dem Hashtag #tvduell. Viele schienen nur auf rhetorische Stilblüten gewartet zu haben. Sie wurden nicht enttäuscht.

In der 82. Minute des Duells konfrontierte Stefan Raab, als ProSieben-Spaßmacher der umstrittene Part des Moderatoren-Quartetts, den SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück mit einer unbequemen Frage: Wen er, Raab, denn wählen müsse, wenn er sich eine große Koalition wünsche? So wie ihm gehe es schließlich einer Vielzahl von Wählern.

Steinbrück hatte im Wahlkampf betont, nur als Kanzler einer rot-grünen Koalition zur Verfügung zu stehen. Minister unter Merkel wolle er nicht noch einmal werden. Daran hielt der SPD-Mann auch im Duell fest, was Raab zu der Feststellung animierte, Steinbrück mache es nur als "King of Kotelett", nicht darunter.

#KingOfKotelett - das erste Mem des Abends war geboren. Und Raab, als gelernter Metzger vor dem TV-Duell von vielen Kritikern als Fehlbesetzung abgestempelt, galt bei Twitter fortan als positive Überraschung des Abends. Noch eine Stunde nach dem Ende des Duells war "#raab" nach "#tvduell" der erfolgreichste Hashtag Deutschlands - vor "#steinbrück" und "#merkel".

Und dann gab es da noch dieses unscheinbare Schmuckstück, das die Kanzlerin um den Hals trug. Eine Kette aus farbigen Steinen, schwarz, rot und gold. Ein subtiles Symbol ihrer Machtposition? Nun ja, mit einem Schönheitsfehler: Die Reihenfolge der farbigen Steinchen - schwarz, gold und dann rot - passt eher zum Nachbarland Belgien.

Ein Urlaubsmitbringsel vielleicht? Nein, mutmaßte bereits 2009 das Bildblog. Schon damals ließ sich Merkel bei der Wahl zur Bundeskanzlerin mit dem Schmuckstück blicken. Halb so wild, hieß es da. Wenn man davon ausgehe, dass die Kette ein durchgängiges Muster aufweise, dann habe Merkel höchstens beim Anziehen geschlampt. Und dann lieferte die Boulevardzeitung Express prompt den Fotobeweis für das Gegenteil. Also doch ein Bekenntnis zur belgischen Monarchie?

Im Internet jedenfalls stieß der vermeintliche Farb-Fauxpas auf großes Interesse. Die Pressestelle von Google Deutschland vermeldete noch während des TV-Duells einen entsprechenden Trend bei den Suchbegriffen. Und "@schlandkette", der, nun ja, persönliche Twitteraccount des Schmuckstücks, sammelte binnen kurzer Zeit mehr als 5000 Nutzer. Das Duell hatte seinen heimlichen Sieger gefunden.

domingo, 1 de septiembre de 2013

Gesetzlicher Maulkorb für Twitter und Facebook - heute.de

Die Jugendarbeitslosigkeit in Europa bleibt dramatisch. In der EU waren im Juli 5,56 Millionen junge Leute unter 25 Jahren ohne Arbeit, in der Eurozone waren es 3,5 Millionen, wie das europäische Statistikamt mitteilte. Das entspricht Arbeitslosenquoten von 23,4 beziehungsweise 24,0 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Anstieg um 0,5 beziehungsweise 0,7 Punkte. Mit 62,9 Prozent war die Jugendarbeitslosigkeit in Griechenland im Mai am höchsten. Spanien meldete im Juli 56,1 Prozent aller Personen unter 25 Jahren arbeitslos.

"Sponsored Stories": Facebook ändert Spielregeln für personenbezogene ... - Heise Newsticker

Facebook-Nutzer werden in diesen Stunden per E-Mail über geplante neue Nutzungsregeln informiert. Komplett überarbeitet wurde dabei der Abschnitt zu personenbezogenen Werbeanzeigen "zur besseren Verständlichkeit der Grundsätze".

Demnach erteilt der Anwender mit der Nutzung des Dienstes Facebook nun offenbar generell die Erlaubnis zum Werben mit Namen und Profilbild. "Dies bedeutet beispielsweise, dass du einem Unternehmen bzw. einer sonstigen Organisation die Erlaubnis erteilst, uns dafür zu bezahlen, deinen Namen und/oder dein Profilbild zusammen mit deinen Inhalten oder Informationen ohne irgendeine Entlohnung für dich zu veröffentlichen."

Wie gehabt muss solche Werbung mit dem Foto eines Nutzers nicht als solche gekennzeichnet sein. Facebook verspricht darüber hinaus jetzt nur noch "die Auswahl der Zielgruppe zu respektieren". Die Möglichkeit zum Einschränken der Werbung mit der eigenen Identität per Privatsphäre-Einstellungen werden in den neuen Nutzungsbedingungen nicht mehr erwähnt. Facebook räumt sich ferner das Recht ein, in bestimmter Werbung oder "anderen kommerziellen Inhalten" "Informationen" über Nutzer zu verwenden.

Die jüngste Änderung der Nutzungsbestimmungen sind offenbar als Antwort auf die gegen Facebook angestrengten Klagen wegen "Sponsored Stories" zu verstehen, die dem sozialen Netzwerk mit einer Strafzahlung von 20 Millionen US-Dollar gerade diese Woche teuer zu stehen kam. Mit der 2011 eingeführten Werbeform konnten Inserenten ihre Werbebotschaften mit dem Namen und dem Bild von Facebook-Nutzern garnieren, die zuvor etwa bei einem Produkt "Gefällt mir" angeklickt hatten. Dagegen klagten zahlreiche Mitglieder.

Im Zuge der neuen Datenschutzbestimmungen wurde außerdem bekannt, dass Facebook plant, die Profilbilder aller Mitglieder in eine Datenbank einzuspeisen, um die Gesichtserkennung zu verbessern. In den USA wird die Gesichtserkennung bislang lediglich dazu verwendet, wenn Nutzer das Bild eines Bekannten hochladen, der schon zuvor auf einem Bild markiert wurde. Künftig sollen alle Nutzer auf den Bildern erkannt und für Markierungen vorgeschlagen werden. In den Privatsphäre-Einstellungen lässt sich diese Funktion aber deaktivieren.

Deutsche Nutzer betreffen die Änderungen bei der Gesichtserkennung nicht. Nach dem Widerstand von Datenschützern hat Facebook die umstrittene Funktion in Europa vorerst auf Eis gelegt. (boi)

Virtuelle Glücksmacher: Facebook-Likes wirken wie Sex oder Geld - STERN.DE

Gefllt mir: Das Belohnungssystem im menschlichen Gehirn scheint Anerkennung in sozialen Netzwerken wie Facebook sehr zu schtzen. Forscher der Freien Universitt Berlin (FU) haben in einer kleinen Studie nachgewiesen, dass diese Hirnregion bei berzeugten Facebook-Nutzern nach positivem Feedback besonders stark aktiviert wird. Sie konnten nach Messungen der Gehirnaktivitt in einem Magnetresonanztomographen sogar voraussagen, ob jemand Facebook intensiv nutzt oder nicht. Es gebe aber bisher keine Belege dafr, dass soziale Netzwerke Hirnstrukturen vernderten, berichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift "Frontiers in Human Neuroscience".

Bei ihrer Studie mit 31 Teilnehmern hatten die FU-Forscher den Nucleus accumbens im Visier. Das ist eine Region, die im Zentrum des Vorderhirns fr die Verarbeitung von Belohnungen zustndig ist. Dabei kann es um Reize wie gutes Essen, Geld und Sex gehen - aber auch um das eigene Ansehen.

"Es gehrt zu den Wesensmerkmalen des Menschen, sich um seinen guten Ruf zu sorgen", sagt Forscher Dar Meshi vom FU-Fachbereich Erziehungswissenschaften und Psychologie. Soziale Netzwerke spielten heute in Sachen Reputation fr viele Menschen eine groe Rolle. "Man kann sich dort prsentieren und von der ffentlichkeit auch bewerten lassen", ergnzt er. Eine Messlatte sei dann zum Beispiel, wie oft die "Gefllt mir"-Funktion von anderen angeklickt werde.

Streicheleinheiten frs Ego

Ein hnliches Szenario erdachten die Forscher fr ihr Experiment. Zuerst fragten sie die Testpersonen nach der Zahl ihrer Facebook-Freunde und nach der Zeit, die sie tglich in das Online-Medium stecken. Danach fhrten sie Videointerviews mit ihren Probanden und fragten sie nach ihrem Wohnort, ihren Lieblingsfilmen und Interessen.

Im Scanner des Magnetresonanztomographen gaben die Forscher den Testpersonen dann ein positives Feedback ber ihre Selbstdarstellung vor der Kamera: Sie seien ehrlich, entspannt und intelligent herbergekommem. Sie verrieten aber auch, dass andere Teilnehmer ebenfalls ein gutes Bild abgegeben htten.

Im Scanner zeigte sich bei allen Kandidaten, dass der Nucleus accumbens im Gehirn am aktivsten war, wenn es um Anerkennung fr die eigene Person ging. Das Lob fr andere spielte eine kleinere Rolle. Besonders stark wichen diese beiden Werte allerdings voneinander ab, wenn das Ego von begeisterten Facebook-Nutzern gestreichelt wurde. Das Lob fr andere prallte an ihnen frmlich ab, der Nucleus accumbens rhrte sich wenig.

"Wir konnten durch die Art der Verarbeitung sozialer Anerkennung im linken Nucleus accumbens voraussagen, wie intensiv die Menschen Facebook nutzten", berichtet Meshi. Alles andere sei jedoch Spekulation. So gebe es zum Beispiel noch keinen Beleg dafr, dass virtuelle Streicheleinheiten auf Facebook Menschen zu aktiveren Nutzern machen. Es ist auch noch unklar, ob eine intensive Facebook-Nutzung die Verarbeitung von sozialem Feedback im Gehirn verndern kann. Gerade an diesem Punkt will Meshi mit seinen Kollegen nun aber weiterforschen.