miércoles, 7 de noviembre de 2012

Internet Explorer Grüner surfen mit Microsoft - FAZ - Frankfurter Allgemeine Zeitung

Wer bislang dachte, bei Browsern zum Internet-Surfen gehe es um Kriterien wie Schnelligkeit und Optik, den belehrt Microsoft nun eines besseren. Der neue Internet Explorer 10 sei der „energieeffizienteste" Browser überhaupt, teilte der weltgrößte Softwarekonzern am Dienstag mit.

Kronzeuge für diese unerwartete Erkenntnis ist nicht die Marketingabteilung des Unternehmens, sondern der TÜV Rheinland. Die Techniktester haben demnach den Energieverbrauch der aktuellen Internetbrowser mit den größten Marktanteilen in Deutschland auf Microsofts neuem Betriebssystem Windows 8 geprüft. Das Ergebnis: Der Internet Explorer 10 verbraucht rund ein Viertel weniger Energie als Googles Chrome oder der Firefox von Mozilla.

„Repräsentative Einsatzszenarien"

Software auf Energieverbrauch prüfen? Zweiflern versucht Microsoft den Wind mit einem wissenschaftlichen Versuchsaufbau aus den Segeln zu nehmen. Der TÜV habe die Internet-Zugangsprogramme  „repräsentativen Einsatzszenarien" unterworfen. So sei die elektrische Leistungsaufnahme auf HTML5-Seiten, bei der automatisierten Navigation zu den beliebtesten Webseiten Deutschlands  und beim Abspielen von multimedial aufwendigen HTML5-Videos gemessen worden. Und das ganze auf Notebooks und Desktops sowie mit unterschiedlich leistungsstarken Computerprozessoren.

Am Ende lieferte die Versuchsanordnung ganz konkrete Zahlen, sogar mit Nachkommastellen. Der durchschnittliche Energiebedarf des Internet Explorers über alle Szenarien hinweg beträgt demnach 5,3 Watt. Das ist, vereinfacht gesprochen, die Differenz zwischen einem Computer im Leerlauf und einem Computer, der gerade die Internetsoftware ausführt.

200 Haushalte könnten mit Strom versorgt werden

Die Konkurrenz zeigt sich in dieser Disziplin hungriger: Der Durchschnitt aller Browser lag bei 7,4 Watt, Chrome-Surfer benötigen 8,2 Watt, mit Firefox fallen gar 9,2 Watt an. Damit auch wirklich jedem Stromverbraucher klar wird, was das heißt, rechnet Microsoft hoch: „Betrachtet man ein Szenario, bei dem alle Internetnutzer in Deutschland an einem Tag nur den IE10 zum Surfen verwenden würden, könnten die Nutzer so über 860 000 kWh Energie sparen. Mit dieser Menge an gesparter Energie könnten jährlich mehr als 200 Drei-Personen-Haushalte in Deutschland mit Strom versorgt werden."

Microsoft-Technologie-Berater Stephanus Schulte bezeichnete die Sparsamkeit des Internet Explorers als „Ergebnis intensiver Weiterentwicklung". Mit der Version 10 auf Windows 8 habe die bereits vorhandene hohe Energieeffizienz des Microsoft-Browsers noch weiter optimiert werden können.

Kritiker: Test bevorzugt Microsoft-Arbeitsweisen

Im August hatte bereits die Vorgängerversion IE9 im TÜV-Energieeffizienztest einen Spitzenplatz erreicht. Kritiker hatten seinerzeit allerdings darauf hingewiesen, dass der Aufbau bestimmte Arbeitsweisen des Microsoft-Browsers bevorzugt haben könnte: Der Test sei auf dem Windows-Betriebssystem des Konzerns absolviert worden und das Surfverhalten sei lediglich im Labor simuliert worden.

Zumindest kommt es nicht von ungefähr, dass Microsoft ausgerechnet jetzt solche ungewöhnlichen Berechnungen anstellt. Früher hatte der Konzern mit seiner Internet-Zugangssoftware ein De-facto-Monopol, das sogar die europäischen Kartellwächter auf den Plan rief. Anfang 2009 lag der Internet Explorer mit einem globalen Marktanteil von knapp zwei Dritteln weit vor Chrome (1,4 Prozent). Inzwischen hat Google Microsoft überholt. Im September erreichte der Chrome-Browser einen Marktanteil von 34,2 Prozent, der Internet Explorer von 32,7 Prozent.

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