martes, 13 de noviembre de 2012

Tod eines Teenagers: Aus Geschwätz wurde Mord - Spiegel Online

Als die Urteile gesprochen waren, hrte man Chun Nam Hau leise seufzen. Seine Tochter ist tot, ermordet von einem Jugendlichen, einziger Grund: Sie soll auf Facebook Gerchte verbreitet haben.

Winsie Hau, 15, wurde im Januar an ihrer Haustr im niederlndischen Arnheim von Jinhua K. niedergestochen und starb spter im Krankenhaus. Ihr Vater wurde mit mehreren Messerstichen verletzt. Der heute 15-jhrige Jinhua wurde wegen Mordes bereits Anfang September verurteilt.

Beauftragt wurde er von seinen Freunden, dem Teenager-Prchen Wesley und Polly. Ein Gericht in Arnheim hat sie nun wegen Anstiftung zum Mord verurteilt; zu zwei Jahren Jugendhaft und der Unterbringung in einer psychiatrischen Einrichtung, nach dem Jugendstrafrecht ist das die Hchststrafe.

"Ich musste sie zufriedenstellen"

Der Fall sorgte als "Facebook-Mord" international fr Aufsehen, weil er zeigte, wie soziale Medien zum Verstrker fr Gefhle werden knnen. Aus bloem Geschwtz war ein Mord geworden. Es ist nicht nur ein Fall von groem Hass - sondern auch von groer Liebe, die zwei Jugendlichen komplett den Verstand raubte, mit fatalen Folgen.

Wesley, heute 18, erklrte laut Lokalmedien vor zwei Wochen dem Gericht, er habe alles im Auftrag seiner Freundin Polly getan. "Ich musste sie zufriedenstellen", erklrte er, "sonst htte sie Schluss gemacht." Er habe sich die Haare fr sie blond gefrbt und einen Ohrring stechen lassen. Er sollte erzhlen, Mitglied der Mafia zu sein, weil Polly das cool fand.

Total verliebt sei er damals gewesen, sagte Wesley. Jetzt sei er das nicht mehr. "Sie ist ein schlechtes Mdchen." Sie habe gekifft und viel getrunken, habe andere angeschrien. Im Januar, kurz vor dem Mord, habe er die Beziehung beenden wollen. "Aber dann hat sie versucht, sich die Pulsadern aufzuschneiden." Er habe ihr helfen wollen - aus Liebe.

Gemeinsam haben Wesley und Polly zwischen November 2011 und Januar den Mord geplant. Polly habe Informationen ber ihre Freundin gesammelt, wann sie wo ist, dass sie am vereinbarten Tag um 14 Uhr Klavierstunde habe. Sie hielten alles auf einem Zettel fest, den Wesley an Jinhua weitergab - "weil der immer ein Messer dabei hat", so seine Erklrung. Am 14. Januar fuhr Jinhua nach Arnheim, klingelte an der Tr und stach zu.

Ein "lcherliches Urteil", so der Vater

"Wesley und Polly haben mit Absicht gehandelt", verlas die Richterin am Montag. "Die beiden waren die Initiatoren, die Organisatoren des Mordes an Winsie Hau." Wer dazu die Idee hatte, spiele keine Rolle. Die Richter befanden sowohl Wesley als auch Polly fr schuldig.

"Dass eine Mdchenfreundschaft umschlagen kann in so tiefen Hass, ist unbegreiflich und unbeschreiblich", befindet das Gericht. Zwischen Winsie und Polly hatte es Streit gegeben, weil Winsie ber ihre Freundin im Internet gelstert habe. Die Fernsehsendung "Nieuwsuur" rekonstruierte den Mord, sprach mit anderen Freundinnen und verffentlichte die Facebook-Nachrichten. Winsie soll demnach ber Polly geschrieben haben: "Oh mein Gott, wie schlampenhaft kann man sein."

Am Ende des Streits war Winsie tot, die Beziehung zwischen Polly und Wesley zerbrach, drei Jugendliche sitzen in Haft - und der Vater trauert, weil er seine Tochter "fr nichts" verloren hat, wie er selbst sagt. Das heutige Urteil findet Chun Nam Hau "lcherlich". Gehofft hatte er, dass die beiden Anstifter nach dem Erwachsenenstrafrecht verurteilt wrden. "Ein rabenschwarzer Tag" sei heute, sagte er nach dem Urteil.

Jennifer Nicholson vom Gericht in Arnheim sagte, sowohl Polly als auch ihr Freund seien fr ihr Alter um Jahre unterentwickelt, was Gefhle und Mitgefhl angeht. "Sie konnten die Folgen nicht abschtzen."

Angehrige und Freunde des Opfers hatten vor einigen Tagen den Journalisten von "Nieuwsuur" ein Video von der Abschiedsfeier gezeigt. Die Clique lsst ein Licht in den Himmel steigen. Auf dem Handy-Video zu sehen: Die Auftraggeberin Polly, wie sie mit den anderen um Winsie trauert.

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